Präsentation der Serie
Schwarz das neue Weiß
Bericht über meine Ausstellung im Cruise Center Altona, Hamburg
Die Aufregung steigt – meine erste etwas größere Ausstellung stand bevor. Im Cruise Center Altona in Hamburg präsentierten rund 100 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke. Für mich war es eine besondere Gelegenheit: Mein Ziel war es, eine neue Serie erstmals öffentlich zu zeigen, begleitet von einigen älteren Arbeiten. Da ich bisher noch nicht viele Ausstellungen gemacht habe, war diese Veranstaltung ein wichtiger Schritt.
Ich bereitete mich über mehrere Wochen gezielt vor. Da ich diese Ausstellung schon häufiger besucht hatte, wusste ich, wie wichtig eine durchdachte Präsentation ist. Um beim Aufbau keine bösen Überraschungen zu erleben, baute ich drei Rückwände, die millimetergenau in meinen Pkw passten. Sie sollten nicht nur den Aufbau erleichtern, sondern auch die Wirkung meiner Werke verstärken.
Die Vielfalt der ausstellenden Künstler sorgte für ein breites Publikum – zeitweise standen die Besucher sogar Schlange, obwohl der Besuch kostenpflichtig war. Es entwickelten sich viele Gespräche mit interessierten Besuchern, und auch der Austausch unter den Künstlern war lebendig und inspirierend.
Zur neuen Serie hatte ich Flyer mit einem QR-Code erstellt. Leider wurden diese nicht so stark angenommen wie erhofft – hier sehe ich für zukünftige Ausstellungen Verbesserungspotenzial, vielleicht in der Gestaltung oder Platzierung. Auch habe ich gemerkt, dass ich noch deutlicher kommunizieren muss, dass alle meine Werke mit einer Maurerkelle entstehen – ein Aspekt, der mein künstlerisches Arbeiten besonders macht.
Das Fazit der Ausstellung fällt dennoch sehr positiv aus: Ich erhielt viel Lob für die Präsentation meiner Arbeiten und habe wertvolle Erfahrungen darüber gesammelt, wie man sich professionell auf eine Ausstellung vorbereitet. Die Größe der Veranstaltung war zwar beeindruckend, aber vielleicht für den einzelnen Künstler auch etwas überwältigend – als Besucher ist man schnell mit einer Vielzahl von Eindrücken konfrontiert. Ich bin dankbar, Teil dieses vielfältigen Kunstereignisses gewesen zu sein.
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Reisebericht: Der 4. Etappe von Sylt nach Hamburg zu Fuß.
Wilster erreicht !
Heute von Meldorf nach Wilster.
Die Vorfreude auf diese Etappe hat sich bestätigt !
Traktor-Techno, Fähren-Romantik und rollende Klassiker
Heute war es soweit: Etappe 4 meiner Reise – von Meldorf nach Wilster. Laut Plan 31 Kilometer. Laut Füßen später: mindestens doppelt so viel.
Anders als sonst startete ich nicht mitten in der Nacht. Ich wollte im Hellen los, ganz zivilisiert. Also erstmal von Hamburg nach Meldorf. Die Zugfahrt über die Eisenbahnbrücke war schon ein kleines Erlebnis – Sonnenaufgang inklusive.
Die ersten Kilometer durch die stille Landschaft gehörten dem Sonnenaufgang. Und den Pferden. Die standen wie eingefroren auf den Koppeln, als ob sie gerade in einem Werbespot für Entschleunigung mitspielten. Es war friedlich. Still. Und dann kam: das Brummen.
Nicht mein Magen. Nein, das Brummen kam von irgendwoher und wurde immer lauter. Erst dachte ich: Flughafen? Aber nein – weit gefehlt. Es waren Traktoren. Groß. Laut. Viele. Die Ernte war in vollem Gange und die Maschinen begleiteten mich mehrere Kilometer wie ein Bass-lastiger Festival-Umzug der Landwirtschaft. Traktor-Techno, live aus Dithmarschen.
Ich näherte mich Burg, einem charmanten Luftkurort, in dem Menschen bereits Brötchen holten, als ich ankam. Ein Mann und eine Frau verluden in aller Seelenruhe ganze Kisten voller Grillgut in ihren Wagen – da schien etwas Größeres geplant zu sein. Ich gönnte mir ein belegtes Brötchen und meine Fanta des Tages. Ritual ist Ritual.
Von Burg ging es steil bergab Richtung Nord-Ostsee-Kanal. Links und rechts rot-weiße Bänder, der Verkehr kam nur stoßweise – die Fähre ließ grüßen. Ich schlängelte mich durch Trecker, Autos, Radfahrer und stand plötzlich auf der kostenlosen Fähre. Kurze Überfahrt, leichtes Schwanken, und auf der anderen Seite erstmal Pause. Ich saß da, schaute Schiffen hinterher, beobachtete den Fährführer (dessen Gesichtsausdruck irgendwo zwischen Wetterbericht und Zahnarztbesuch lag), und dachte: So kann man leben.
Weiter ging’s – wieder vorbei am Grill-Pärchen, das sich jetzt inmitten einer größeren Gartenfest-Vorbereitung befand. Die Spur führte zu einer Fahrradtour. Aha. Cleverer Zwischenstopp.
Irgendwann war’s soweit: Die tiefste Landstelle Deutschlands. Bei Kilometer 20 schmerzten die Beine, aber das Ziel lockte. Und dann passierte etwas Magisches. Aus dem Nichts kamen sie: Oldtimer.
Nicht nur einer, nein. In regelmäßigen Intervallen rollten sie vorbei – als hätte jemand den nostalgischen Autohimmel geöffnet. Chromblitzende Klassiker, blitzblank geputzt, jedes Fahrzeug eine fahrende Zeitreise. Coupés aus den 60ern, bullige Straßenkreuzer, ein alter VW-Bus mit Dachgepäckträger, Limousinen mit majestätischer Gelassenheit. Keine Huperei, kein Getöse – nur der satte Klang alter Motoren.
Ich erreichte schließlich den tiefsten Punkt Deutschlands – und stutzte. Überall waren Hinweisschilder aufgestellt, Luftballons wurden aufgeblasen, und reichlich Prospekte lagen bereit. Irgendetwas war hier eindeutig im Gange. Eine Frau, die gerade emsig mit ihrer Tochter Luftballons verteilte, sprach ich an – und stellte schnell fest: Das war die Bürgermeisterin von Wilster. Sie überreichte mir freundlich einen der Prospekte. „Die Wilstermarsch erfahren“ – ein Aktionstag mit allerlei Veranstaltungen in der Region. Jetzt fiel der Groschen.
Und als hätte man es inszeniert, tauchte auch noch die Presse auf. Natürlich. Die ist schließlich immer dann zur Stelle, wenn man gerade leicht verschwitzt mit Wanderstock und Überraschungsblick in der Landschaft steht. Es folgte das offizielle Foto: die Bürgermeisterin, ein Künstler aus Hamburg (also ich) und der tiefste Punkt Deutschlands – festgehalten für die Nachwelt. Und ich dachte mir nur: Wenn man einfach losläuft, landet man manchmal ganz von allein mitten im Programm.
Das Prospekt hatte es in sich: kostenlose Kanufahrten, Führungen, Windmühlenbesichtigung, Stromerzeugung zum Anfassen – und eine Schmiede, die direkt auf meinem Weg lag. Die wollte ich natürlich mitnehmen.
In Wilster angekommen, war die Schmiede schon gut besucht. Ich schaute durch das Fenster, beobachtete die Schmiedin bei der Arbeit und sog den Geruch von Metall, Feuer und Geschichte ein. Mehr ging nicht. Oder doch? Nein. Jetzt reichte es wirklich.
Richtung Bahnhof geschleppt. Die letzten Kilometer hatten es in sich. Die Füße wollten Pause, der Kopf war voller Bilder.
Mein Fazit der vierten Etappe: Einfach losgehen.
Nicht zu viel planen. Die Geschichten, Begegnungen finden dich. Man muss nur wach sein.
Wenn es mal nicht so gut läuft, musst du laufen !
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